Die fertig installierte Infrarotheizung muss vor der Inbetriebnahme geprüft und in Betrieb genommen werden. Dadurch wird bestätigt, dass die installierte Heizfolienlast mit der Systemplanung übereinstimmt und dass Stromkreis, Steuerung und Schutzvorrichtungen korrekt dimensioniert sind.
Alle elektrischen Prüfungen, Endverbindungen und Zertifizierungen müssen von einem qualifizierten Elektriker gemäß der aktuellen Ausgabe der BS 7671 und den geltenden Anweisungen des Herstellers durchgeführt werden.
1. Berechnen Sie die geplante Heizfolienleistung
Wenn die Heizfolienleistung in Watt pro Laufmeter angegeben ist, berechnen Sie die geplante Leistung wie folgt:
P (W) = L (m) × Pf (W/m)
Dabei gilt:
-
P = geplante Gesamtleistung der installierten Heizfolie in Watt
-
L = gesamte installierte Folienlänge in Metern
-
Pf = Nennleistung der ausgewählten Heizfolie in Watt pro Meter
Wenn das Produkt in Watt pro Quadratmeter angegeben ist, verwenden Sie die installierte beheizte Fläche:
P (W) = A (m²) × Pf (W/m²)
Der Elektriker muss bestätigen, dass der berechnete Auslegungswert des Stroms die Nennkapazität des Thermostats, des Schaltgeräts, der Stromkreisleiter oder der Schutzvorrichtung nicht überschreitet.
Teilen Sie die Installation bei Bedarf in geeignete Heizzonen ein oder steuern Sie die Last mit einem korrekt dimensionierten Leistungsschalter.
2. Beispiel: 12 Meter Heizfolie iH405
Zwei vier Meter lange und zwei zweimeter lange Streifen ergeben eine gesamte installierte Länge von 12 Metern.
Die Heizfolie iH405 hat eine Nennleistung von 110 W/m:
P = 12 m × 110 W/m = 1.320 W
Bei einer Leistungsabweichung von ±10 % beträgt der zulässige berechnete Bereich:
- Untergrenze: 1.188 W
- Obergrenze: 1.452 W
3. Überprüfen Sie die Leistung anhand des gemessenen Widerstands
Messen Sie bei spannungslosem und sicher getrenntem Stromkreis den Gesamtwiderstand der angeschlossenen Heizfolie mit geeigneten Prüfgeräten. Notieren Sie die gemessene Netzspannung separat.
Berechnen Sie die äquivalente Leistung wie folgt:
P = U² ÷ R
Dabei gilt:
-
P = berechnete Leistung in Watt
-
U = gemessene Netzspannung in Volt
-
R = gemessener Widerstand in Ohm
Wenn beispielsweise der gemessene Widerstand 41,5 Ω beträgt und für die Berechnung eine Netzspannung von 240 V verwendet wird:
P = 240² ÷ 41,5 = 1.388 W
Die berechnete Leistung von 1.388 W liegt innerhalb des zulässigen Bereichs von 1.188–1.452 W. Das Ergebnis ist daher zufriedenstellend.
4. Widerstandswerte der Heizfolie
Der ungefähre Widerstand für einen Meter Heizfolie bei der angegebenen Nennleistung beträgt:
Heizfolie Breite Nennleistung Ungefährer Widerstand für 1 m iH403 300 mm 66 W/m 872 Ω iH405 500 mm 110 W/m 523 Ω iH410 1.000 mm 220 W/m 261 Ω
Bei mehreren parallel geschalteten Folienlängen nimmt der Gesamtwiderstand mit zunehmender installierter Länge ab.
Verwenden Sie die folgende Formel:
R nominal = R 1m ÷ gesamte installierte Länge (m)
Für 12 Meter Heizfolie iH405:
R nominal = 523 Ω ÷ 12 = 43,6 Ω
Mit einer einfachen Widerstandstoleranz von ±10 % ergibt sich ein indikativer zulässiger Bereich von ungefähr:
- Untergrenze: 39,2 Ω
- Obergrenze: 47,9 Ω
Ein gemessener Widerstand von 41,5 Ω liegt innerhalb dieses Bereichs und ist daher zufriedenstellend.
Wichtige Sicherheitshinweise
Der Widerstand darf nur an einem getrennten und spannungslosen Stromkreis gemessen werden.
Das Inbetriebnahmeprotokoll sollte Folgendes enthalten:
- Modell und Nennleistung der Heizfolie
- Gesamte installierte Folienlänge
- Geplante Gesamtleistung
- Berechneter Auslegungswert des Stroms
- Gemessene Netzspannung
- Gemessener Widerstand
- Ergebnisse der Isolationswiderstandsprüfung
- Prüfung des Thermostats und der Steuerung
- Details zu Stromkreis und Schutzvorrichtung
- Endgültige elektrische Zertifizierung
Alle abschließenden elektrischen Verbindungen, Prüfungen und Zertifizierungen müssen von einem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden.